Es gibt ja Wochenenden, die aus einem harmlosen Grund irgendwie mehr oder weniger im Chaos enden. Oder die einfach anders laufen, als geplant.
Gestern wollte ich mir eigentlich einen gemütlichen Abend machen, als mich eine Mail erreichte, in der einer meiner besten Freunde mich fragte, warum Firefox 3 nicht so recht mit seinem Suse Linux 9.3 laufen wolle. Nichts ahnend, was auf mich zukommen würde, rief ich ihn an, wobei er aber erst mal nicht zu Hause war und ich ihm eine Nachricht hinterliess, dass er mich zurückrufen möge. Das tat er gegen 21 Uhr. Ich habe ihm dann erklärt, dass sein Suse völlig veraltet sei und von da an stürzte das Unheil über mich herein!
Einen Firefox 3 auf einer Suse 9.3 zu installieren geht einfach nicht! Dafür ist das System zu alt.
Also wurde beschlossen, ein neueres Linux zu installieren. Neuer heisst in diesem Fall Ubuntu 6.06. Das ist zwar auch schon zwei Jahre alt, aber zumindest ein Anfang.
Zuerst aber musste /home gesichert werden.
Der erste Ansatz ging schief, weil mein Kumpel - zwar als Root - im Benutzerverzeichnis seines Benutzers das Archiv anlegen wollte. Es gibt halt einen Unterschied zwischen "su" und "su -"! Der zweite Ansatz war dann schon besser: Er befand sich in / und tar wuselte vor sich hin, als er feststellte, dass sein Mülleimer seines KDE randvoll war. Mit Müll natürlich. Prima! Müll wird gesichert, um ihn dann später wieder auszupacken und zu löschen. Hmpf! Also Archivierung wieder abgebrochen, Mülleimer geleert und noch ein Versuch. Irgendwie war schon eine gute Stunde rum. Stefan Raab plagte sich derweil bei komischen Spielchen ab.
Das entstandene Archiv wurde dann noch fix mit k3b auf DVD gebrutzelt und der nächste Schritt konnte in Angriff genommen werden: Neuinstallation!
Die Wahl bestand zwischen "runterladen, brennen, installieren" und "vorhandene CD nehmen und installieren". Mein Kumpel entschied sich für zweiteres (war wohl ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte, aber das wussten wir noch nicht).
Eigentlich ist so eine Installation ja recht einfach: Partition auswählen, Mountpoint angeben und los geht's. Wenn man aber Ubuntu seit Ewigkeiten nicht mehr installiert hat, und nur am Telefon klebt, wird das schon als Berater etwas schwierig. Ausserdem scheint wohl die Benutzerführung an der Stelle für Ubuntueinsteiger etwas hakelig zu sein. Es hat etwa 1.5 Stunden gedauert, bis wir an dem Schritt vorbei sind. Man muss dazu sagen, dass auf der Platte auch noch andere Partitionen residieren, die heile bleiben sollten!
Irgendwann, so um Mitternacht rum, verabschiedete sich meine Liebste, die schon recht genervt war, weil ich nur am Telefon klebte und sie nicht gemütlich Fernsehen konnte.
Stefan Raab spielte noch ein paar Spielchen und während er dem Herausforderer 500 Riesen abzockte, fingen mein Kumpel und ich an, KDE zu installieren, was recht flott ging. Kurz noch die Bildschirmeinstellungen korrigiert und das System lief. Bis auf die Aktion mit der Partitionierung und Formatierung ging das alles recht flott. Netto vielleicht etwas über eine halbe Stunde, Brutto fast 3 Stunden, gefühlt eine Ewigkeit.
Dann legten wir los, Firefox 3 zu installieren. Der Weg: Tarball runterladen, auspacken, nach /usr/local schieben und fertig.
Pustekuchen!
GTK ist bei Dapper zu alt für den neuen Superbrowser. Also auf Edgy aktualisieren. Ging nicht, bis ich Vollidiotmerkte, dass es Edgy nicht mehr gibt. WTF!? Dachte ich mir nur, aber es gibt ja noch Feisty. Also sources.list auf Feisty geändert und ein Dist Upgrade probiert. Das ging aber seltsamerweise nicht, obwohl es schon etwa 2 Uhr war.
Die Lösung, die meinem inzwischen schon recht matschigen Hirn entsprang: Nach und nach aktualisieren.
Zum Schluss warf Firefox dann Fehler bzgl. eines Device 168, womit er Probleme habe. Auch das Editieren der xorg.conf brachte keine Besserung und um 3:15 haben wir dann nach über 6 Stunden Telefoniererei abgebrochen. Das System läuft ja.
Die Tage soll mein Kumpel dann seiner Fritz Box ein Portforwarding beibringen, einen ssh-Server installieren und mir mal Zugriff auf seine Kiste geben. Das ist um Längen besser, als per Telefon sich alles vorbeten zu lassen. Eine andere Möglichkeit wäre, einen Tunnel aufzubauen.
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